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Hypnosepraxis Ute Neehoff
Psychotherapeutische Heilpraktikerin
Hypnosetherapie - Coaching - Beratung
Bertolt-Brecht-Allee 24 • 01309 Dresden • Tel. 0351 - 2 15 95 15

Was ist Hypnose?

Hier geht es darum Fragen zu beantworten, die häufig in Zusammenhang mit der praktischen Arbeit auftauchen, so einfach wie möglich.

Hypnose ist ein natürlicher Bewusstseinszustand

  • ZWISCHEN Schlaf und Wachbewusstsein

Das bedeutet, dass Ihnen auf einer bestimmten Ebene während einer Hypnose grundsätzlich bewusst ist, was geschieht. Es gibt leichte und tiefe hypnotische Zustände. Die Übergänge sind während der praktischen Arbeit fließend. Für die therapeutische Arbeit genügt eine leichte Trance. Je mehr Sinne beteiligt sind, desto intensiver wird das Erleben. Besonders die Nahsinne (Fühlen und Schmecken) intensivieren das Erleben, wogegen die verstärkte Nutzung der Fernsinne (Hören und Sehen) Abstand schafft.

  • mit erhöhter Konzentration, die es erlaubt, hypnosebezogene Reize auf besondere Art wahrzunehmen, indem die Wahrnehmungsbreite verringert wird.

Die Außenwelt tritt in den Hintergrund.

Ca. 90% der alltäglichen Abläufe werden durch unser Unterbewusstsein reguliert.

Starke hypnotische Bewusstseinsanteile finden Sie bei monotonen Tätigkeiten wie Fließbandarbeiten, beim Fernsehen, beim intensiven Erinnern an Kindheitserlebnisse, bei automatisch ausgeführten Tätigkeiten.

Routineaufgaben werden unbewusst bewältigt. Meist sind die Gedanken bei solchen Tätigkeiten ganz woanders. Selbst komplexe Tätigkeiten wie Autofahren erfordern beim geübten Fahrer kein ständiges Nachdenken mehr.

Hypnose gestattet einen direkten Zugang zum Unterbewusstsein und zu Ihrem „stillen Wissen“, inklusive ungenutzten Fähigkeiten, unbewussten Wünschen, Hintergründen für unverständliche Gedanken und Gefühle.

Beispiel

Sie haben Angst vor Mäusen ohne sich an ein beängstigendes Erlebnis mit einer Maus erinnern zu können. In Hypnose erinnern Sie sich, dass Sie einjährig auf dem Hof eine Maus beobachtet haben. Ihre Mutter kam hinzu und fing an, zu schreien. Die Angst Ihrer Mutter hat sich unbewusst auf Sie übertragen. Seitdem löst der äußere Reiz Maus Angst bei Ihnen aus. In Hypnose haben Sie die Chance, das zu ändern.

In Hypnose sind Sie fähig, sich von destruktiven Gefühlen zu distanzieren und spontan neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten zu testen.

Menschen sind erfahrungsgemäß in der Gegenwart eines anderen Menschen eher in der Lage, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu richten. Mit Willenlosigkeit hat das nichts zu tun - im Gegenteil. Sobald Sie nicht mehr kooperieren, ist eine Hypnose beendet.

Was braucht man für eine Hypnose?

Jemanden, der hypnotisiert (Hypnotiseur) und jemanden, der sich hypnotisieren lässt (Hypnotisand), weil er es möchte. Ja möchte, denn es ist leicht, zu widerstehen: einfach nicht hinhören, sich umdrehen, weggehen.

Damit ein Mensch dem Hypnotiseur zuhört, muss er ihm vertrauen (Rapport genannt). Nur ein naiv-vertrauensseliger Mensch vertraut jedem. Ist das Vertrauen vorhanden, genügt es, konzentriert zuzuhören und die entsprechenden Anweisungen/Vorschläge/Botschaften (Suggestionen), die während der Hypnose-Sitzung unterbreitet werden, zu befolgen bzw. anzunehmen.

Für Menschen mit Sinn für Humor habe ich hier noch eine unkonventionelle Antwort, was Hypnose ist.

Ist ein hypnotisierter Mensch willenlos ausgeliefert?

Das gehört ins Reich der Mythen und Illusionen. Und denjenigen, die daran glauben wollen, schlage ich vor, sich die Frage zu beantworten: Wem nützt es, wenn Sie daran glauben?

Hypnose kommt nach und nach zustande, wenn man innerlich umsetzt, was ein Hypnotiseur/Therapeut anbietet. Es gibt Menschen, die nicht lange zögern und welche, denen es schwer fällt. Man spricht in diesem Zusammenhang von Suggestibilität.

Die Suggestibilität eines Menschen – die Fähigkeit auf Vorschläge und Botschaften einzugehen – hat nichts mit Gutgläubigkeit, Täuschbarkeit oder Dummheit zu tun. Es handelt sich um eine geistig-kreative Fähigkeit. Suggestionen bewirken, dass sich eine innere Instanz auf die Suche begibt und prüft, in welchem Zusammenhang die Botschaft Sinn macht. Während einer Therapiesitzung geht es darum, den Klienten dabei zu unterstützen, das vereinbarte Ziel zu erreichen.

Ob der Klient dabei manipuliert wird? Ja, im Sinne von beeinflusst, und zwar so, dass er sein Ziel erreicht. Klicken Sie hier und erfahren mehr dazu: Angst vor Kontrollverlust

Ist jeder Mensch hypnotisierbar?

Die Angaben schwanken. Man geht davon aus, dass ca. 5% der Bevölkerung schwer zu hypnotisieren sind, 10% dagegen sehr leicht in Trance gehen. Der Grad der Hypnotisierbarkeit lässt keine Schlussfolgerungen über die Intelligenz oder die Persönlichkeit eines Menschen zu. Allerdings gibt es Grenzen für Menschen mit erheblicher Minderbegabung, da die erforderliche Kommunikation nicht möglich ist.

Jeder Mensch kennt hypnotische Zustände. Ebenso interessant und für viele unbekannt ist die Tatsache, dass u.a. Politik und Werbung hypnotische Zustände bei den Empfängern ihrer Botschaften produzieren, damit die Botschaften in das Unterbewusstsein ihrer Zielgruppe gelangen.

Beispiel

Sie starren wie gebannt auf die "Mattscheibe", nehmen um sich herum kaum noch etwas wahr, hören Botschaften wie „Nichts wäscht reiner als Sauberwasch." Dabei beobachten Sie eine lachende Familie, die ganz offensichtlich das große Glück gefunden hat, weil Mama die Wäsche mit Sauberwasch und die Familie gleich mit zum Strahlen bringt. Das ist so emotional, dass Sie beim nächsten Einkauf automatisch zu Sauberwasch greifen, weil Sie beim Anblick der Verpackung, die während des ganzen Spots immer wieder groß eingeblendet wurde, die strahlende Familie vor Ihrem inneren Auge sehen. Somit kaufen Sie nicht in erster Linie das Waschmittel, sondern das gute Gefühl, das Sie aufgrund des Spots damit verbinden.

Wie kann eine Hypnose eingeleitet werden?

Denken Sie an Ihren Alltag, in dem Sie oft genug meditativ-hypnotische Zustände erleben. Bleiben wir beim Fernsehen. Hier wirken mehrere Schlüsselreize, die dafür sorgen, dass es zu einer hypnotischen Umschaltung kommen kann:

akustische: monotone Musik, Sprechweise

Fixation: Anstarren der „Mattscheibe“

einseitige Haltung

Suggestionen: Anweisungen, Vorschläge, Hinweise

Woran Sie erkennen, dass Sie in Trance/Hypnose sind?

Wie der Zustand der Trance bzw. eine Hypnose erlebt werden, ist so unterschiedlich wie die Menschen verschieden sind. Und da es ein Zustand ist, den jeder Mensch aus dem Alltag kennt, denken viele Menschen, die sich erstmalig bewusst für eine Hypnose entscheiden hinterher, dass sie gar nicht in Hypnose waren.

Allerdings erlebe ich gelegentlich das Gegenteil, nämlich dass Menschen, die mit Meditation vertraut sind, sehr schnell unbekannt tiefe Stadien erreichen und davon sehr beeindruckt sind.

Zu den subjektiven Empfindungen, die Sie spüren lassen, dass Hypnose im Spiel ist, zählen:

das Gefühl der Entspannung

ein verändertes Zeit- und Raumgefühl

das "Abdriften" - der Sekundenschlaf

das Wissen, dass Sie jederzeit aus Ihrer Trance auftauchen könnten ohne dies zu wollen

Von außen zu beobachten sein können:

ein ruhigerer Atem

eine veränderte Gesichtsfarbe aufgrund besserer Durchblutung

das Vibrieren der Augenlider

Tränenfluss ohne entsprechende Emotion

Hypnotische Phänomene sind zwar spektakulär, haben jedoch keinen Einfluss auf den Erfolg. Auch können sie nicht bei jedem Menschen erzeugt werden. Der Erfolg - die von Ihnen angestrebte Veränderung - ist oft weniger spektakulär, da sich diese Veränderung oft mit einer zeitlichen Verzögerung zeigt.

Hier einige hypnotische Phänomene:

Hypermnesie: gesteigertes Erinnerungsvermögen

Beispiel

Die Kindheit ist lange her, vergessen? In Hypnose fällt Ihnen vieles wieder ein, selbst aus frühesten Tagen.

Amnesie: vergessen, was in Hypnose geschehen ist; hält nicht lange an, leicht rückgängig zu machen

Beispiel

Während der Hypnose-Sitzung wird ein belastendes Ereignis erinnert, das nicht vollständig bearbeitet werden kann. Damit der Klient die Zeit bis zur nächsten Sitzung entspannt erleben kann, wird am Ende der Sitzung Amnesie bis zum nächsten Treffen suggeriert.

Halluzinationen: sehen, hören, riechen, spüren, was nicht vorhanden ist bzw. nicht wahrnehmen, was vorhanden ist

Beispiel

Während der Hypnose wird es unerwartet laut auf dem Flur. Der Therapeut  suggeriert, dass rundherum alles angenehm ruhig wird und eventuell störende Geräusche nur noch ganz schwach wie durch eine Panzertür wahrgenommen werden. Ein Therapeut, der seine Praxis im Erdgeschoss an einer belebten Straße hat, an der wochenlang mit dem Presslusthammer Bauarbeiten stattfanden, konnte mit fast allen Klienten auf diese Art und Weise arbeiten.

Der Klient wird aufgefordert, sich vorzustellen, dass er in eine saftige Zitrone beißt. Er riecht und schmeckt eine Zitrone, ihm läuft sogar das Wasser im Mund zusammen - typische Alltagstrance, wenn Sie ans Essen denken.

Schmerzlosigkeit: zu große Angst vor Schmerz kann den Effekt unmöglich machen, dauert seine Zeit, weshalb Hypnose in der Praxis, z.B. beim Zahnarzt, nur selten zum Einsatz kommt. Schade, denn die Methode ist frei von Nebenwirkungen!

Beispiel

Bevor die chemische Narkose erfunden wurde, hat James Esdaille (1808-1859) viele Patienten nebenwirkungsfrei unter Hypnose operiert. Die Sterblichkeitsrate sank auf 5%. Vor der Anwendung von Hypnose lag sie bei etwa 50%.